Der FNG-Marktbericht 2026 erfasst zum Stichtag 31.12.2025 in Deutschland 598,5 Milliarden Euro nachhaltige Geldanlagen bei einer Stichprobe aus 57 Instituten. Die Marktteilnehmer schließen weiterhin überwiegend Waffen aus, rund ein Drittel hat das ESG-Produktangebot 2025 ausgebaut. Global melden nachhaltige Fonds laut Morningstar zugleich erstmals Nettoabflüsse.
Veröffentlicht 20.09.2026 · Stand der Daten: 31.12.2025
Quelle: FNG-Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2026. Stand: Stichtag 31.12.2025, veröffentlicht 17.06.2026.
Die Volumina des FNG-Marktberichts 2026 (Stichtag 31.12.2025) sind nicht mit den Vorjahren vergleichbar: Die Teilnehmergruppe wechselt jährlich (Umfrage bei 77 Instituten, davon 57 in Deutschland). Wir setzen 598,5 Mrd. € (2025) deshalb nicht in Relation zu 672,7 Mrd. € (2024) und verzichten auf Formulierungen wie „Rückgang" oder „Anstieg".
Die FNG-Stichprobe verteilt sich auf fünf Bereiche. Größter Block sind mit 156,8 Mrd. € die selbstverwalteten Vermögen der Asset Owner (Versicherer, Pensionskassen, Stiftungen). Knapp dahinter folgen nachhaltige Publikumsfonds mit 154,0 Mrd. €. Mandate und Spezialfonds (127,2 Mrd. €) sowie die Eigenanlagen der Banken (125,7 Mrd. €) liegen etwa gleichauf, während die Kundeneinlagen bei nachhaltigen Banken mit 34,8 Mrd. € den kleinsten Block bilden. Zusätzlich weist der Bericht 113 Mrd. € an vergebenen Krediten aus, die nicht in den 598,5 Mrd. € enthalten sind – inklusive Kredite ergeben sich 712 Mrd. €.
Quelle: FNG-Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2026. Stand: Stichtag 31.12.2025, veröffentlicht 17.06.2026. Prozentanteile durch die Redaktion aus den Volumina berechnet.
Quelle: FNG-Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2026. Stand: Stichtag 31.12.2025, veröffentlicht 17.06.2026.
| Bereich | Volumen (Mrd. €) | Anteil (berechnet) |
|---|---|---|
| Selbstverwaltetes Vermögen der Asset Owner | 156,8 | 26,2 % |
| Nachhaltige Publikumsfonds | 154,0 | 25,7 % |
| Mandate und Spezialfonds | 127,2 | 21,3 % |
| Eigenanlagen der Banken | 125,7 | 21,0 % |
| Kundeneinlagen der Banken | 34,8 | 5,8 % |
| Summe erfasste nachhaltige Geldanlagen | 598,5 | 100,0 % |
| Zusätzlich vergebene Kredite (nicht in Summe enthalten) | 113,0 | — |
| Inklusive Kredite | 712,0 | — |
In der FNG-Stichprobe stecken 273,5 Mrd. € in Fonds nach Artikel 8 und Artikel 9 der EU-Offenlegungsverordnung. Laut BVI liegen die Artikel-8- und Artikel-9-Fonds in Deutschland im zweiten Halbjahr 2025 bei rund 1.253 Mrd. € – der FNG-Bericht deckt damit etwa ein Fünftel des Marktes ab. Innerhalb der erfassten Publikumsfonds sind 94 % als Artikel 8 und 6 % als Artikel 9 klassifiziert; Artikel-6-Fonds (ohne Nachhaltigkeitsbezug) tauchen in der Stichprobe nicht auf. Die Kategorien sagen etwas über die regulatorische Selbsteinstufung aus – wenig aber über die tatsächliche Wirkung.
Anteil der erfassten nachhaltigen Anlagen, die den jeweiligen Ausschluss anwenden. Das FNG kritisiert insbesondere die Lockerung bei Rüstung: Während in Österreich der Waffenausschluss von 78 % auf 86 % gestiegen ist, ging er in Deutschland von 72 % auf 62 % zurück.
Quelle: FNG-Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2026. Stand: Stichtag 31.12.2025, veröffentlicht 17.06.2026. · Werte 2024 aus FNG-Marktbericht 2025.
Anteil der erfassten Anlagen, die die jeweilige Strategie einsetzen. Klassische Ausschlüsse und normbasiertes Screening dominieren, Impact Investing bleibt eine kleine Nische.
Quelle: FNG-Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2026. Stand: Stichtag 31.12.2025, veröffentlicht 17.06.2026.
Quelle: FNG-Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2026. Stand: Stichtag 31.12.2025, veröffentlicht 17.06.2026. Abweichende Zusammensetzung durch wechselnde Befragte – kein Vorjahresvergleich.
Quelle: FNG-Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2026. Stand: Stichtag 31.12.2025, veröffentlicht 17.06.2026. Ambitionsniveau: 66 % unverändert, 23 % moderat erhöht, 8 % moderat gesenkt.
Nachhaltige Fonds und ETFs weltweit verbuchten 2025 laut Morningstar Nettoabflüsse in Höhe von 84 Mrd. US-Dollar – nach Zuflüssen von 38 Mrd. US-Dollar im Jahr 2024. Es ist das erste Jahr mit jährlichen Nettoabflüssen seit Beginn der Erhebung 2018 – und erstmals fließt Kapital auch aus Europa (rund −53 Mrd. €) sowie aus der Region außerhalb der USA ab. Das ist eine Aussage über Anlegerverhalten – kein Beleg für qualitativ schlechtere Produkte.
laut Morningstar, wiedergegeben nach Vividam/Cash. Stand: Stichtag 31.12.2025.
Hinweis zur Vergleichbarkeit: Frühere Erhebungen des FNG, andere Stichprobe. Nicht mit dem Bericht 2026 vergleichbar. Die hier gezeigten Werte stammen aus vorangegangenen FNG-Marktberichten; der Wert für 2024 aus dem FNG-Marktbericht 2025.
In den früheren FNG-Erhebungen bis 2024 stieg das erfasste Gesamtvolumen nachhaltiger Geldanlagen in Deutschland von rund 269 Mrd. € (2019) auf 672,7 Mrd. € (2024). Diese Zahlen sind – wegen wechselnder Teilnehmergruppen – nicht mit dem Wert 2025 vergleichbar.
In der Erhebung 2024 dominierten institutionelle Vehikel: Nachhaltige Spezialfonds und Mandate machten rund 46,5 %, nachhaltige Publikumsfonds rund 35,9 %, Kundeneinlagen und Eigenanlagen nachhaltiger Banken rund 17,6 % des damals erfassten Volumens aus.
Laut FNG-Berichten trugen 2023 methodische Anpassungen (strengere Kriterien zur Klassifizierung nachhaltiger Strategien) sowie die geldpolitische Zinswende zur niedriger ausgewiesenen Volumensumme bei. Die genannten Ursachen sind Einordnungen der Berichte, keine kausalen Belege.
Quelle Rückblick: Forum Nachhaltige Geldanlagen e.V., frühere Marktberichte; 2024er Werte aus FNG-Marktbericht 2025.
Der Regulierungsrahmen ist in Bewegung. Die Reform der EU-Offenlegungsverordnung – SFDR 2.0 – ersetzt die bisherigen Artikel-8- und -9-Klassifikationen durch drei neue Kategorien: „Transition", „ESG-Basic" und „Sustainable". Eine erste, vom FNG zitierte Schätzung geht davon aus, dass rund zwei Drittel der bestehenden ESG-Fonds in die Kategorie „ESG-Basic" fallen könnten. Mehr als 130 Unterzeichner warnen dort vor einem neuen Greenwashing-Risiko: 46 % der Befragten erwarten von SFDR 2.0 positive Impulse, 18 % nicht. Details lesen Sie in unserem Artikel SFDR 2.0 – Reform der EU-Offenlegungsverordnung.
Zeitgleich reduziert der CSRD-Omnibus die Zahl der berichtspflichtigen Unternehmen um rund 80 %. Und die ESMA-Leitlinien zu Fondsnamen wirken bereits: 59 % der befragten Anbieter haben ihre Anlagestrategie angepasst, 10 % den Fondsnamen. Wie sich Greenwashing dennoch erkennen lässt, zeigt unser Praxisartikel Greenwashing erkennen.
Für Privatanleger sind vor allem die 154,0 Milliarden Euro in nachhaltigen Publikumsfonds (FNG-Stichprobe 2025) die praktisch relevante Größe – hier bewegt sich das Kapital, das über Sparpläne, ETFs und aktiv gemanagte Fonds zugänglich ist. Wichtig: Die Kategorien Artikel 8 und 9 sagen wenig über die tatsächliche Wirkung eines Fonds; die anstehende Neuordnung durch SFDR 2.0 wird die Auswahl noch einmal erweitern – und komplexer machen. Dieser Report ist keine Anlageberatung. Wer die tatsächliche Wirkung des eigenen Kapitals abschätzen möchte, findet in unseren Werkzeugen CO₂-Fußabdruck und Grüner Hebel konkrete Rechenhilfen. Details zum FNG-Bericht selbst finden Sie in unserem Beitrag FNG-Marktbericht 2026. Wie sich der Waffenausschluss und die Rolle von Rüstungswerten in ESG-Fonds entwickeln, ordnen wir separat ein: Rüstungsaktien in ESG-Fonds.
Das Forum Nachhaltige Geldanlagen e. V. (FNG) veröffentlicht jährlich einen Marktbericht zu nachhaltigen Geldanlagen in Deutschland und Österreich. Für den Bericht 2026 wurden 77 Institute befragt, davon 57 in Deutschland. Der Bericht wurde am 17.06.2026 veröffentlicht, Stichtag der Daten ist der 31.12.2025.
Weil sich die Teilnehmergruppe der jährlichen Erhebung ändert. Ein Institut, das in einem Jahr geantwortet hat, kann im nächsten fehlen – und umgekehrt. Ein direkter Vergleich von 598,5 Mrd. € (2025) und 672,7 Mrd. € (2024) wäre deshalb methodisch nicht sauber.
Nein. Die Kategorien Artikel 8 und Artikel 9 stammen aus der EU-Offenlegungsverordnung (SFDR) und beschreiben, welche Nachhaltigkeitsmerkmale beziehungsweise -ziele ein Fonds ausweist. Sie sagen wenig über die tatsächliche Wirkung. In den erfassten deutschen Publikumsfonds sind 94 % Artikel 8 und 6 % Artikel 9 klassifiziert.
Laut BVI liegen die Artikel-8- und Artikel-9-Fonds in Deutschland im zweiten Halbjahr 2025 bei rund 1.253 Mrd. €. Die FNG-Stichprobe deckt davon etwa ein Fünftel ab (273,5 Mrd. € in Artikel-8- und -9-Fonds).
Die Reform ersetzt die bisherigen Artikel-8- und Artikel-9-Bezeichnungen durch drei neue Kategorien: ‚Transition‘, ‚ESG-Basic‘ und ‚Sustainable‘. Eine erste Schätzung geht davon aus, dass rund zwei Drittel der bestehenden ESG-Fonds in die Kategorie ‚ESG-Basic‘ fallen könnten. Mehr als 130 Unterzeichner haben davor gewarnt, dass ‚ESG-Basic‘ zu einer neuen Greenwashing-Falle werden könnte.
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